Blizzards

Deutsch
Nachdem in der vergangenen Woche der Frühling mit Temperaturen bis zu 10 Grad Einzug in Calgary gehalten hat, gab es Samstagnacht einen Blizzard. Vor diesem wurde schon am frühen Morgen gewarnt. Im Fernsehen liefen Wetterwarnungen und auch das Radio ließ nicht locker. Man hätte meinen können, der Weltuntergang stände bevor.

In der Nacht kam es dann auch zu heftigen Schneefall, aber es war bei weitem nicht so wild, wie angekündigt. Hätte dann der Winterdienst auch noch Bereitschaft gehabt, wäre es wohl vollkommen unspektakulär geworden. So gab es ein paar Probleme auf den Straßen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Mehrheit der Kanadier mit Sommerreifen unterwegs ist.

English
After some fantastic spring days in the last week with temperatures over 10 degrees, a blizzard should come on Saturday night to Calgary. There were a lot of warnings everywhere. The breakfast TV stations and the weather channel were warning the whole time. You would think the end of the world is coming.

In the night there was a lot of snow, but not so much as prognoses. If the road service worked, there would not be problems in the street. But so a lot of traffic accidents happened. Maybe it can be also found a reason in the fact that the majority of Canadians are driving with summer tires in the winter.

Go Irish!

Deutsch
Am Samstagmorgen hieß es, recht früh aus den Federn zu kommen, da das Finale der Six Nations im Pub anstand. Irland hatte nach 60 Jahren die Chance, endlich den begehrten Grand Slam zu gewinnen.

Rohit, John, ich und später auch Mark fanden sich deshalb in der Peanuts Bar in Calgary ein. Die Bar ist bekannt dafür, dass man quasi unendlich viele Erdnüsse gereicht bekommt. Die Schalen wirft man dann einfach auf den Boden. Es knirscht also an allen Ecken und Kanten.

Der Pub war an diesem Samstag proppenvoll. Irische, walisische, englische und schottische Rugbyshirts sprangen einem sofort ins Auge. Das Vorspiel an diesem Morgen war die Begegnung zwischen Schottland und England. Zwar gingen hierbei die Schotten durch einen Strafstoß in Führung. Leider konnte sie aber nicht gegen die Offensivkraft der Poms bestehen und verloren das Spiel.

Das Hauptspiel bestritten dann Wales und Irland. Die Akteure brauchten etwas länger, ehe sie in die Hufe kamen. Zur Halbzeit stand es erst 6:0 für Wales. Im zweiten Durchgang begann jedoch die Glanzzeit der Iren. Durch zwei Tries stellten sie klar, wer hier der Favorit ist. Soi gewannen die Iren das Spiel und sind verdient der Gewinner der Six Nations im Jahre 2009 geworden.

Natürlich hätten die Iren nicht gewonnen, wenn John nicht die „Magical Flag“ getragen hätte. Ich hatte aus Deutschland anlässlich des St. Patrick’s Day eine irische Flagge besorgt und sie auch am Samstag in den Pub gebracht. Zunächst hing sie nur an der Wand. In der Halbzeitpause kam John auf die Idee, sie sich umzubinden. Sofort machten die Iren ihre zwei Versuche. Als die Fahne herunterfiel, verschlechterte sich sogleich das irische Spiel. So war John bis zum Ende des Spiels bedacht, die Flagge immerwährend auf seinen Schultern zu tragen.

Gebührend feierten wir dann den Sieg am Abend. Zunächst ging es ins Buchanans, wo wir ein paar Guinness hatten. Danach fanden wir uns im Caesars ein, um das Steak ein wenig zu fröhnen. Den Ausklang des Abends gab es dann im „Rose and Crown“ bei Livemusik von John Paul Smith.

English
On Saturday morning I had to get up earlier as we wanted to watch the Six Nations Finale in the pub. Ireland had a realistic chance winning the Grand Slam in this year.

Rohit, John, I and later also Mark went to Peanuts Bar in Calgary watching the game. The Bar is famous for the unlimited peanuts service. You can eat as much as you can. The rest of peanuts you are throwing to the ground. You can imagine that every step in the pub is very noisy.

The pub itself was full of people. You could see Irish, Welsh, English and Scottish shirts everywhere there. The pre-game was between Scotland and England. The Scotsmen started well, but England was the winner in the final score.

The main game was between Wales and Ireland. The players needed a little bit more time coming into the game. After the first half the score was only 6:0. This changed in the second half. Ireland made two tries and found into the game. At the end they were the winner of the game and the winner of Grand Slam.

We celebrated the win in the evening hours. First of all we had a Guinness at Buchannan’s. After that a good steak was waiting for us at Caesars. Finally we made the night to day in „Rose and Crown“ where John Paul Smith was playing live music.

Grüne Welle …

Deutsch
Es gibt manche Tage, die sind dem gestandenen Mitteleuropäer leicht befremdlich. Einen solchen Feiertag gab es am Dienstag zu feiern … St. Patrick’s!

St. Patrick ist der Nationalheilige der Iren, der das kleine Inselvolk zum Katholizismus konvertierte. Ihm zu Ehren finden am 17. März überall in Irland Festveranstaltungen statt, an denen auch gepichelt wird. Da die Iren mittlerweile in jedem Winkel der Welt zu finden sind, haben sich auch dort die Traditionen gefestigt.

So feierten wir am Dienstag in Calgary ebenfalls St. Patrick’s. Als Vorteil erwies sich, dass wir einen irischen Kollegen im Projekt haben. Dieser organisierte auf seinem letzten Heimflug ein paar Guinnesshüte für uns. So konnten wir bestens ausstaffiert den lokalen irischen Pub betreten. Als würdig erwies uns hierbei „The Joyce on Fourth“. Als wir um 19:30 Uhr dort ankamen, hatte sich schon eine kleine Schlange gebildet, die aber in relativ kurzer Zeit abgearbeitet werden konnte. Im Pub selber floss dann reichlich das Guinness. Außerdem wurde irische Musik aufgelegt, später kamen dann auch noch singbare Lieder hinzu. Den Höhepunkt bildete eine Original Dudelsackband, die den Laden so richtig aufheizte.

Guinnessmützchen

English
There are some days which are very strange for a Central European like us. One of these days is St. Patrick’s which was celebrated on Tuesday last week.

St. Patrick was a Saint who was Welsh and won the hearts of his Irish Captors so much that he converted them from Pagan to Catholic and drove the snakes out of Ireland with his big Crozier. There are a lot of celebrations in Ireland and all over the world. So we also had fun on Tuesday here in Calgary.

A big advantage is that there is an Irish colleague in the project. He organized some Guinness hats for us, so that we were well dressed for the pub in the evening. When we arrived in there at 19h30, there was a small queue in front of the pub, but we needed quick time to come into. So the fun could start. Good Irish music, good Irish beer. What do you need else? The highlight on this night was a bagpiper band which made a really good noise.

Back to work …

Deutsch
Nach einem ca. zehnstündigen Flug landete der Tromboseflieger am 16. März wieder auf kanadischen Boden. Kaum dem Flieger entstiegen, strahlte uns die Sonne mit einem breiten Lächeln entgegen. Momentan haben wir Temperaturen um die fünf Grad, so dass es sich auch sehr gut außerhalb der Gebäude aushalten lässt. Mal sehen, was in den kommenden Wochen so ansteht.

English
After a ten hours flight the plan arrived in Calgary on 16th March. The sun is shining and there are temperatures around 5 degrees so that you can also have some fun outside the buildings. We will see, what happens in the next weeks.

Rückkehr …

Deutsch
Am 05. März ging es bereits schon wieder zurück in die Heimat nach Deutschland. Der Flug verlief recht ruhig, obwohl dies durch den Ersten Offizier anders prognostiziert worden war. Aber besser so, als anders herum.

Die Arbeitswoche verlief dann ohne weitere Zwischenfälle, so dass ich mich am Donnerstagabend aufmachte, die eigentliche Heimat zu erreichen. Die Autobahnen waren ziemlich voll, so dass man teilweise nur im Schritttempo vorankam. Auf der anderen Seite kam es dann aber auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken vor, dass bei 210 km/h immer noch der Sprinter im Nacken saß und an einem vorbeifahren wollte. Eilige Monteure soll man halt nicht aufhalten.

Am Samstagabend gab es dann noch eine Familienfeier, bei der vorzüglich geschlemmert worden ist.

English
On 5th of March I did fly back to Germany. The flight was very quiet, although the First Officer had another opinion in his greeting speech. But better this way than turn around.

The week after was not very spectacular, so that I took the chance driving home on Thursday. The motorway was full of cars, so a lot of traffic jams were on the way.

On Saturday night there was the birthday party of my mother where we had good food and drinks.

Flaschenzüge …

Deutsch
Heute gab es eine weitere Premiere in meinem Leben als kanadischer Gastarbeiter … ich habe nämlich Flaschen weggebracht. Überall in den Läden bezahlt man Pfand auf Glas- und Plastikflaschen. Sind diese entleert, kann man sie zu ausgewiesenen Rücknahmestellen bringen und erhält das Geld zurück.

Ganz in der Nähe des Büros befindet sich eine solche und so nutzte ich die Zeit, die letzten Reste der Feiern in Armins Wohnung dort abzugeben.

Als ich eintrat, erinnerte mich das ganze an die guten alten SERO-Annahmestellen zu DDR-Zeiten. Türme von Flaschen erblickte ich. Ich bewegte mich auf eine Fachkraft zu und erhielt für die zwölf Flaschen unbeschreiblich 1,20 Kanadische Dollar. Man sieht, dass man zwar dadurch nicht besonders reich werden kann, aber immerhin wurde etwas für die Umwelt getan.

English
Today there was another premiere in my life as Canadian immigrant worker … I brought bottles back. Everywhere in the shops you are paying a deposit on glass and plastic bottles. If they are empty, you can bring it to special location and get there your money back.

Not far away from the office you can find such a location. So I seized the day to dispose the party rest from Armin’s flat.

When I entered the store I was feeling like in the good old SERO shops of former GDR times. I could see towers of bottles. Somewhere there was a staff member and he took over my bottles. At the end I got for my twelve bottle the fabulous amount of 1,20 Canadian Dollar. You will not become a rich man with this, but you have a better feeling about environment.

Es war einmal …

Deutsch
… ein Eishockeyspieler, der lebte in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Kanada. Er war sehr talentiert und verdiente bereits damals recht gut in der National Hockey League. Dies freute nicht nur den Eishockeyspieler selbst, sondern auch den bösen Finanzminister.

Der Eishockeyspieler war aber ein sehr intelligenter Mann und investierte sein Geld in einen kleinen Kaffee- und Donutladen. Das Geschäft florierte und bald schon eröffnete er einen Laden nach dem anderen. So wurde er im ganzen Land berühmt. Und da den Kanadiern der Kaffee und die Donuts so schmeckten, vereinnahmten sie seine Kette als nationales Heiligtum. Noch heute kann man in jeder Stadt Kanadas einen Shop von ihm finden … Tim Hortons.

Es hört sich wirklich wie ein Märchen an, aber dem ist so. Als Tim Horton 1974 durch einen Autounfall starb gab es nur 40 Shops seiner Kette in Kanada. Heute erstreckt sich die Kette über ganz Nordamerika und weist über 5000 Läden auf. Sogar in Afghanistan wurde für die kanadischen Truppen ein Tim Hortons eröffnet.

Am Sonntag besuchte ich zum ersten Mal einen dieser Shops und gönnte mir einen extra großen Cappuccino. Und sogleich gewann ich bei der jetzigen Aktion einen Donutgutschein, welchen ich heute einlöste.

Man möge von Vorurteilen halten, was man will, aber sowohl Sonntag als auch heute morgen saßen mindestens sechs Polizisten in den Shop und aßen Donuts. Ein bisschen wie bei den Simpsons.

English
Once upon in time there was an Canadian Ice Hockey Player, which lived in the sixties of the last century. He played very well and earned a lot of money in the National Hockey League. The player was very happy about this fact, but also the bad minister of finance.

So the player decided to invest the money in a small coffee and donut shop. The business was very successful, so the player opened shop ones by another. The shops become very popular and the Canadians loved to eat his coffee and donuts. So they decided to declare his business as a Canadian sanctuary. Until today you will find in each town of Canada one of his shops … Tim Hortons.

It sounds like a fairytale, but it is reality. As Tim Horton died in 1974 by a car accident, the business includes 40 shops only in Canada. Today there are 5000 shops in whole North America. Even in Afghanistan there is one shop supporting the Canadian troops.

On Sunday I visited one of the shops in Calgary and granted myself an extra large cappuccino. Instantly I won a donut gift certificate which I cashed today.

You can think about prejudice what you want, but on Sunday and today there were minimum six policemen in the shop. It was a little bit like in the Simpsons cartoons.

Flieg, Eddie, flieg …

Deutsch
Die ersten Olympischen Spiele, an die ich mich erinnern kann sind die Winterspiele von Calgary im Februar 1988. Da heute ein recht warmer Tag war, dachte ich mir, einen kleinen Ausflug an die Stätten von Wolfgang Hoppe und Jens Weißflog zu machen.

Der Olympiapark befindet sich ca. 20 km vom Stadtzentrum entfernt und liegt auf einer kleinen Anhöhe. Vom Highway 1 kann man sehr schön die Schanzenanlage und die Bobbahn erkennen.

Mein erster Anlaufpunkt war die 90m Schanze. Für sechs kanadische Dollar kann man bis ganz nach oben mit Fahrstuhl fahren und hat einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung. Ich hatte zuerst gedacht, dass eventuell eine schöne Winterlandschaft mit bezaubern könnte. Dem war aber nicht so. Die hohen Temperaturen der letzten beiden Tage haben schon etliche Schneemassen beseitigt.

Olympiaschanze

Im oberen Teil der Schanze selber war ein kleines Museum eingerichtet. Hier konnte man einmal erleben, wie steil die Skier beim Absprung angewinkelt werden müssen. Auch zeigt man, wie sich der Skisprung in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Ein ganz kleiner Schrein war Eddie the Eagle gewidmet worden.

Eddie the Eagle

Unweit der Schanze befindet sich auch die Bobbahn. Hier konnte man insbesondere beim Bobstart bis ganz nah an den Tempohügel herantreten. Kaum zu fassen, dass Wolfgang Hoppe vor knapp 20 Jahren hier sein olympisches Silber holte. Auch unfassbar, dass die jamaikanische Bobmannschaft den Mut hatte, diesen Hügel hinab zufahren. Für mich aber unfassbar, dass ich einmal auf diesem Hügel stehen werde. Wer hätte das damals gedacht.

Bobstart

Bobbahn Kurve

P.S.: Und hier sieht man wieder … Bob ist doch ein deutschsprachiger Sport 😉
Naturbahn

English
The first Olympic Games that I can remember are the Winter Olympic Games of Calgary in 1988. As today was a warm Sunday, I thought I can visit the Olympic Park.

The Park itself is 20 km far away from Downtown Calgary and is located on a small hill which you can see perfectly from Trans Canada Highway Number 1.

The first place what I visited was the 90 m Ski Jump Tower. You can go upwards paying Six Canadian Dollar for the lift. On the top you have a beautiful view over the landscape. Unfortunately the warm wind of the last two days smelt a lot of snow so that I cannot present a perfect winter landscape.

On the top of the tower a museum about ski jumping is located. You can inform about the different styles of ski jumping and how it was changed during the last decades. A small showcase was devoted to Eddie the Eagle.

Schanze

Not far away from the tower the Bobsleigh is located. At this you could come really close to the start hill. I could not believe that Wolfgang Hoppe earned his two Olympic Silver medals 20 years ago. I also could not imagine that Cool Running just happens here. But very emotional was the fact that 20 years ago Little Tino never thought that he will stand one time in his life at this place. Unbelievable.

Bobstart

Rosen und Krone

Deutsch
Der letzte Samstag in Calgary war wie gemacht für ein wenig Musik und Tanz in der Innenstadt. Zusammen mit Nikola, einem Kollegen aus dem Projekt, ging es in den Pub „Rose and Crown“, welches neben dem „Ship and Anchor“ ziemlich bekannt ist für seine samstägliche Live-Musik.

An diesem Samstag spielten nun die Martinis, eine Coverband, die man im deutschen Sprachgebrauch dem Schlagergenre zuordnen würde. Neben ABBA Hits gaben sie aber auch feinsten Rock von sich. So bebte bei „Should I stay or should I go“ von The Clash das ganze Gebäude. Bemerkenswert hierbei auch der Mut einer kleinen Kanadierin, mit mir einen Pogo anfangen zu wollen. Alles lief aber in geordneten Bahnen ab.

English
Last Saturday was really good going out in Calgary’s Downtown for a little bit music and beer. Together with Nikola, a colleague of the project, I went to the pub „Rose and Crown“, which is famous for his Saturday’s Live Music.

At this day the Martinis had a fantastic performance. They played all known hits from ABBA and some good rock. The best was the song „Should I stay or should I go!“ from The clash. Notably at this was a little Canadian girl which want to start a pogo with me. But everything was fine.